Schloss Hohenlandin - Geschichte - UckerMarker

- Oktober 2016 -

Wüst und ohne Zähne

Für die einen ist es einfach sehr verfallen. Andere nennen es die schönste Schlossruine Deutschlands. Schloss Hohenlandin, in der kleinen Gemeinde Mark Landin, unweit von Schwedt, ganz in der Nähe des Fleckchens Erde, das als Gründungsort der „Uckermark“ gilt. Mit seinem in den Himmel ragenden, zinnentragenden Turm, seinen Ornamenten und Stuck und dem beeindruckenden, von Adlern und Greifen gehaltenen Balkon über dem Eingangsportal sticht das Hohenlandiner Schloss unter den vielen uckermärkischen Gutshäusern hervor.

Ein Bild zeigt: An einigen Stellen überragt hellgrauer Sichtbeton die Backsteinmauern der alten Schlossruine. Die baufälligen Außenwände werden von einem Skelett aus Infraleichtbeton gestützt und vor dem weiteren Zusammenbruch bewahrt. Große bogenförmige Öffnungen lassen Blicke rein und raus. Hier und dort stehen kleine Bäume in der Ruine… - Im Rahmen eines Studenten-Projekts der TU Berlin, haben sich die drei Architekten von Studio Loes ein Konzept ausgedacht, das nicht nur die Brüchigkeit des Gebäudes, sondern auch die regionalen Besonderheiten des Standorts berücksichtigt. In einer so kleinen Gemeinde wie Mark Landin hat man heute – da die Zeit des raumgreifenden Adels vorbei ist – eigentlich keine Verwendung für die zahlreichen großen Räumen. Das Skelett aus ultraleichtem Beton ermöglicht es, (zunächst) nur einen Raum wieder nutzbar zu machen und zu beleben. Mit steigendem Bedarf, das heißt einer passenden Idee und genügend Geld, ließe sich die nutzbare Fläche flexibel erweitern. Museum, Wohnraum oder Versammlungsräume… – nur machbar müsste es sein.