Klostermühle Boitzenburg und ihr Müller - Handwerk - UckerMarker

- September 2016 -

Mechanik in digitalen Zeiten

Martin Joost ist nicht irgendein Museumsmüller. Und die Klostermühle Boitzenburg nicht einfach irgendeine Mühle. 1752 wurde sie erbaut und ist heute noch voll funktionsfähig. Martin Joost kam erst viel später nach Boitzenburg. Vorher hatte er einige Jahre in Berlin gewohnt, verdingte sich als Friedhofsgärtner. Und spielte freies Theater. Auch heute in der Uckermark ist er bekannt für seine Lesungen, bei denen er als Jimy Hullerbusch mit eindringlicher Stimme Heinrich Heines Wintermärchen darbietet.

Ansonsten ist sein Leben auf dem Land anders geworden. Mehr Ruhe ist eingekehrt und mehr Natur. Dafür weniger Druck und Zivilisation. Für ihn ist es wichtig zu wissen, „wo man herkommt und wie man vorher gelebt hat. Und vielleicht auch, dass man Respekt davor bekommt, was es heißt, etwas zu erwirtschaften, was nicht aus einer Stanze rausgespuckt wird oder aus einer Maschine“. Das versucht er auch den Besuchern der Klostermühle zu vermitteln, und seine Begeisterung für die alte Technik ist dabei mit jedem Wort spürbar.

Wenn Martin Joost bei sich zu Hause „das Bein aus der Haustür schwenkt“, ist er in zehn Minuten am Carwitzer See. Ein Luxus, den er gegen keinen noch so gut bezahlten Job im Großraumbüro der Großstadt eintauschen würde. Lebensqualität, Einfachheit, Zeit, „digital oder analog?“ – dazu Müller Martin Joost in unserem folgenden Film...